Le Clandé in Toulouse geräumt

Das clandé war bis Montag, den 4. Dezember 2006 ein selbstverwaltetes anti-autoritäres Zentrum in Toulouse und wurde 1996 erstmals besetzt. Das Projekt clandé versteht sich als "lieu de lutte", also als einen Ort, an dem sich Linksradikale treffen und Kämpfe vernetzen können. Das relativ große Zentrum war teilweise bewohnt und befand sich günstig in Innenstadtnähe.

Die seit Anfang der 80er Jahre leerstehenden Räume konnten für Filmvorführungen, Vorträge, Voküs und Konzerte genutzt werden, jedoch wurde das Gebäude an die Nationale Krebsfürsorge ("Ligue contre le cancer") vererbt, welche es seit 2000 verkaufen will. Der nach einem gegen die Krebsfürsorge verlorenen Prozeß ständig von einer Räumung bedrohte Verein "le clandé" setzte seine kulturellen und politischen Aktivitäten allerdings ununterbrochen fort.

Am 26. Oktober 2006 erfolgte ein erster Räumungsversuch der Polizei, das clandé wurde jedoch nach militanten Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt noch am selben Abend wieder besetzt. Als Reaktion auf den Räumungsversuch organisierten AktivistInnen sehr erfolgreiche Aktionstage mit Demonstrationen, Solikonzerten und Voküs.

Am Morgen des 4. Dezember 2006 erfolgte der nächste Angriff der Polizei. Vermeintliche AktivistInnen wurden vor dem Gebäude festgenommen, die Eingangstür des clandé mit Kettensägen und Rammbock aufgebrochen und das Gebäude geräumt. Noch am selben Abend fanden in Toulouse und anderen französischen Städten Demos gegen die Räumung statt. Indymedia Toulouse wurde vom Netz genommen und es ist momentan sehr schwer an aktuelle Informationen zu kommen. Wir erklären uns solidarisch mit den Kämpfen für mehr Freiräume in Toulouse und überall! Für viele "clandés", AZs, Wagenburgen und Squats! Gegen Leerstand und Verfall, für linke Freiräume: squat the world!

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