FAU Filmveranstaltung: „Spaltprozesse“ und „Zaunkämpfe“
Mittwoch, 14.05.2008, 19:30, Film

Im Rahmen des Cafe Revolte zeigen wir zwei Filme zu den Auseinandersetzungen um die WAA Wackersdorf von 1986: „Spaltprozesse“ und „Zaunkämpfe“. AktivistInnen die dabei waren, werden anwesend sein, so dass Fragen beantwortet werden können und eine Diskussion der Ereignisse möglich ist. Schaut euch auch unsere Ausstellung zu diesem Thema an!

Spaltprozesse

Ein Film von Bertram Verhaag und Claus Strigel, 93 Minuten »Spaltprozesse« kennzeichnen das Leben in der Oberpfalz; Spaltprozesse vollziehen sich unter den Menschen in der ländlichen Region um die geplante Wiederaufbearbeitungsanlage (WAA): Seit Bekanntwerden des endgültigen Standorts der WAA am 4. Februar 1985 haben viele Oberpfälzer ihre gewohnten Bahnen verlassen. Der Film eröffnet einen tiefen Einblick in landschaftliche, ökologische Zerstörung, schildert die mit dem Bau einer WAA verknüpften atompolitischen Absichten, verdeutlicht die Gefährdung der Bevölkerung durch radioaktive Schadstoffemissionen. Dabei stehen die bedrohten Menschen der Region in ihren persönlichen und politischen Veränderungsprozessen eindeutig im Vordergrund. Ehemals staatsgläubige Bürger wandeln sich in zaghafte Radikale. Beamtinnen, Hausfrauen und Mütter zeigen ein politisches und gesellschaftliches Verantwortungsbewusstsein, das über ihre anfängliche reine Empörung weit hinausreicht. Männer in lokaler Honoratiorenstellung scheuen weder offene Worte noch aktive Solidarität mit »Chaoten« bei CS-Gaseinsätzen am Bauzaun.

Menschen äußern ihre ohnmächtige und kämpferische Wut bei sich zu Hause wie auch Auge in Auge mit bewaffneten, schildbewehrten Polizisten inmitten von bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen. Der Film weckt »zugleich die Hoffnung, dass die Menschen politisch handeln mögen: gegen Umweltzerstörung und die sogenannte friedliche Nuklearwirtschaft«.

Zaunkämpfe

Ein Film der Medienwerkstatt Franken, 40 Minuten Ostern 1986 begann die Polizei, mit flächendeckendem CS-Gas-Einsatz das Testfeld Wackersdorf zu installieren. Einige Wochen später explodierte der Atomreaktor in Tschernobyl. Spätestens jetzt offenbarten sich alle nuklearen Anlagen als das, was sie sind: auf uns gerichtete Waffen. Und während Gauleiter Zimmermann noch beteuerte, dass für uns nie Gefahr bestand, wurde das verseuchte Gemüse der OberpfälzerInnen auf den Köpfen lokaler CSU-Politiker endgelagert. Wer aber beginnt, längere Spuren zu lesen, der kommt von den Bauzäunen in die Städte. Siemens und KWU in Erlangen machten mit dem Atomprogramm "Bomben-Geschäfte". Mit dem Export von AKWs in instabile Regionen wie Brasilien, Südafrika, Indien, exportierten sie den Krieg. Damit dort diese Kriege in Ruhe geführt werden können, brauchen sie hier "inneren Frieden". Zumindest in der Region um Wackersdorf konnte dieser Friede nur noch militärisch aufrecht erhalten werden.

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