Buchvorstellung
Sonntag, 29.06.2008, 20:00, Lesung

Die Gruppe News & Letters

Debatten über Krieg und Fundamentalismus in der US-amerikanischen Linken

Simple Bush-Schelte und Solidarisierung mit allem, was sich gegen die USA richtet, übertönen oft tiefer bohrende Theorie und Praxis der radikalen Linken (auch) in den USA. Dagegen richtet sich die Gruppe News & Letters, die v. a. in Chicago aktiv ist.

Der profane Name der Gruppe ist Programm: Seit ihrer Gründung im Zuge der wilden Streiks in der Automobilindustrie und dem Bus-Boykott gegen rassistische Segregation 1955 versucht sie, mit "Nachrichten und Briefen" in einer gleichnamigen Zeitung Stimmen von unten Gehör zu verschaffen und zugleich abseits von Parteistrukturen in die Bewegungen zu intervenieren. Die Mitbegründerin Raya Dunayevskaya, eine Dissidentin des Trotzkismus, drückte der Gruppe zudem mit ihrer anspruchsvollen Anknüpfung an die Tradition des marxistischen Humanismus einen Stempel auf.

Dass die Gruppe eine Außenseiterrolle in der US-Linken spielt, mag auf den ersten Blick erstaunen; die Positionen von News & Letters sind nämlich trotz ihres für Manche schwer verdaulichen Hegelmarxismus an vielen Punkten anschlussfähig für die auch in der US-amerikanischen Linken populären Sozialforen, Antiglobalisierungs- und Antikriegsbewegungen. Doch dass die Gruppe Antiimperialismus und Antiamerikanismus kritisiert sowie auf der Verurteilung islamischen Fundamentalismus’ besteht, zeichnet sie doch negativ in den Augen ihrer Gegner und Gegnerinnen in der Linken aus.

Simon Birnbaum wird am 29. Juni um 20.00 Uhr in der KTS seine Übersetzung einer kleinen Sammlung von Texten der Gruppe vorstellen (News & Letters, Eingriffe, Unrast Verlag 2007). Darin geht es v. a. um ihre Positionen zu den Anschlägen vom 11. September 2001 und zum Irak-Krieg,, damit aber auch um einen Einblick in zentrale linke Debatten in den USA in den ersten Jahren nach dem 11. September. Dabei spielen natürlich auch die hegelmarxistischen Grundlagen der Gruppe immer wieder ein Rolle. Letztlich wird es also mit der Buchvorstellung um einigen Sinn und Unsinn in jüngsten Debatten der US-amerikanischen Linken im Allgemeinen und des marxistischen Humanismus von News & Letters im Besonderen gehen.

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