Unterstützt die Liebig 34!

DIE L34 KRIEGT IHR NICHT!!!

Aufruf zur Unterstützung des bedrohten FrauenLesbenTrans Hausprojektes Liebigstraße 34 in Berlin Friedrichshain:

Das Hausprojekt Liebig 34 in Berlin- Friedrichshain ist eines der letzten noch existierenden autonomen, separatistischen Frauen, Lesben und Transgender Kollektive in Europa. Im Haus befinden sich der politische Infoladen Daneben und das Kneipenkollektiv XB-Liebig, die sich beide als unkommerziell und selbstorganisiert verstehen.

Das Haus wurde 1991 besetzt und später legalisiert, was jedoch nichts am Selbstverständnis des Hauses geändert hat, sich als festen Bestandteil des autonom-radikalen Spektrums zu sehen und einzubringen.

Die Liebig 34 gibt es somit schon seit 17 Jahren. Sie ist international bekannt und eine wichtige Anlaufstelle für die emanzipatorisch-feministische Szene in Berlin. Die Bewohner_innen der L34 haben den Anspruch frei von Sexismus, Patriarchat, Rassismus und jeglichen Formen von Hierarchien zu leben. Hierbei geht es nicht um die Ausblendung antrainierter Verhaltens- und Denkstrukturen als Folge einer Sozialisation in kapitalistischen Systemen, sondern um das Bemühen jeden Tag aufs neue die Dekonstruktion von festgeschrieben Rollen- und Verhaltensmustern voran zu treiben. Es sollen eigene politische und kulturelle Meinungen entwickelt und praktisch umgesetzt werden. In unserem Haus wohnen derzeit 25 unterschiedlichste Personen, was zur Folge hat, dass wir in einem ständigen Prozess sind, um einen Konsens zu finden. Das ist nicht immer einfach, jedoch notwendig in einem kollektiven Zusammenleben… und dies klappt meist auch ganz gut.

Die Liebig 34 ist ein Ort wo wir uns gegenseitig unterstützen und uns offensiv und vielfältig zur wehr setzen im Kampf gegen die allgegenwärtigen Entfremdungs- und Normierungsprozesse der kapitalistischen Gesellschaft. Feminist_in zu sein, bedeutet für uns nicht nur die Unterdrückung von Frauen sondern von allen Menschen, die unter dem heteronormativen Normalzustand dieses Systems zu leiden haben, ernst zu nehmen. Wir verstehen uns als Schutzraum im Kampf gegen Hierarchien, Vorurteile und Unterdrückung.

Wie viele andere Freiräume in Berlin, ist nun auch die L34 erneut bedroht!

Gjora Padovicz versucht den sechsten und somit letzten Teil unseres Hauses zu kaufen. Würde ihm dies gelingen, wäre er der Alleineigentümer des Hauses. Direkte Konsequenz wären Räumungsklagen und die anschließende Räumung eines weiteren Freiraums in Berlin. Gjora Padovicz ist ein "erfolgreicher" Geschäftsmann und Spekulant, dem es lediglich um Profitmaximierung geht. Er besitzt bereits mehr als 200 Häuser in Friedrichshain und 3000 Häuser in ganz Berlin. Er ist darauf spezialisiert alte Häuser aufzukaufen, diese zu sanieren und in „Yuppie“ adäquate Wohnungen zu verwandeln. Zudem tituliert sich Gjora Padovicz selbst als „Sammler von Hausprojekten“. So ist er bereits bekannt dafür Hausprojekte für wenig Geld aufzukaufen, mit der Absicht unsere internen Netzwerke und unsere Infrastruktur zu zerstören. Zwei Beispiele sind dafür die Kreutziger 12 und die Scharni 29.

Aber nicht nur wir, auch Familien und andere Mieter_innen haben Probleme mit G. Padovicz und seiner Hausverwaltung Factor (Warschauer Straße 46,10243 Berlin – Friedrichshain/Kreuzberg), da diese sich weder an Abmachungen noch an Versprechen halten. So gehen immer stärker werdende Umstrukturierungsprozesse, die sog. „Gentrifizierung“ weit aus mehr Menschen an, als nur unsere Szene und genau da gilt es an zu setzten. Die Mieten steigen und Menschen mit niedrigem Einkommen können es sich nicht mehr leisten in ihren „Kiezen“ zu wohnen, mit der Folge an den Stadtrand verdrängt zu werden. So werden auch Freiräume, in denen sich Menschen unabhängig vom Geldbeutel aufhalten und leben können, immer seltener. Doch gerade autonome Hausprojekte stellen eine der letzten, in Berlin nach den eigenen Vorstellungen und für niedrige Mietpreise zu leben. Wenn wir unser Haus verlieren, verschwindet damit unser Zuhause und ein wichtiger Treffpunkt der linksradikalen, unkommerziellen Bewegung. Doch es geht hierbei nicht nur um uns, sondern auch um das „X–Beliebig“ und den Infoladen „Daneben“. In diesem Fall geht es darum für drei linke Freiräume und einem wichtigen Teil autonomer Infrastruktur entschieden zu kämpfen. Und genau aus diesen Gründen steht für uns fest, der systematischen Auslöschung autonomer Lebensformen und dem heteronormativen Normalzustand den Kampf an zu sagen. Wir werden jeden erdenklichen Druck auf Gjora Padovicz und seine Hausverwaltung Factor nutzen, um das Haus unter unseren Konditionen bewohnen zu können. Wir werden G. Padovicz den letzten Teil vor der Nase weg schnappen, dafür brauchen wir jedoch 40.000 Euro und jede Menge Support und Solidarität von euch.

Denkt euch was aus, seien es Soliparties, Spenden, Transpiaktionen oder was es sonst noch an erhellenden Aktionen gibt...

Wir werden es nicht zulassen, dass unsere Hausprojekte und somit unsere Lebensformen zerstört werden!

Hände weg von linken Freiräumen! Solidarität mit allen bedrohten Hausprojekten! Liebig 14, Rigaer 94, Linienstrasse, Schwarzer Kanal ,Schokoladen…Wir bleiben alle!! Queers, feminist and squatters unite!

Spenden Konto Raduga E.V. KONTO-Nr 4005651900 // BLZ 43060967 // GLS Geneinschaftbank eG // Stichwort : „L34“

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