BESETZTES HAUS IN STUTTGART-DEGERLOCH

Seit Mittwoch den 15. Juni 2005, 8.30 Uhr haben wir Jugendliche das selbstverwaltete Jugendzentrum an der Oberen Weinsteige 9 besetzt. Wir hatten in den letzten 4 ½ Jahren alles, aber auch wirklich alles versucht, um diesen Schritt nicht machen zu müssen. Wir haben eine Doppellösung vorgeschlagen, die ignoriert wurde, 150 Infostände auf dem Degerlocher Marktplatz gemacht, mit wahrscheinlich allen in Stuttgart lebenden Politikern gesprochen und tausende an Arbeitsstunden in den Erhalt des letzten selbstverwalteten Jugendzentrums Stuttgarts gesteckt.

Es hat nichts genützt - Herr OB Schuster und die CDU Fraktion sowie die Freien Wähler und die FDP haben letzten Donnerstag entschieden, uns mit Gewalt räumen zu lassen - Ohne Alternative.

Das von uns vorgeschlagene Ersatzhaus im Stuttgarter Westen, welches seit 7 Jahren leer steht und der Stadt gehört, wird weiter leer stehen. In 5 Jahren will die Stadt vielleicht eine Autowaschanlage darauf bauen lassen ...

Wir möchten betonen, dass wir viel lieber dass Gebäude im Westen renoviert hätten, als nun das Haus in Degerloch mit der selben Arbeitskraft zu verbarrikadieren, um dann darauf zu warten, dass uns die Polizei mit roher Gewalt hinausprügelt.

Wir sind keine Hausbesetzer - wir wurden dazu gemacht - wir wurden belogen, belogen und nochmals belogen. OB Schuster wollte NIE eine friedliche Lösung
- wir haben die große Wut im Bauch und wissen nicht ob wir heulen oder schreien sollen, wenn wir daran denken, dass er für DIESE Arbeit in Berlin auch noch den Integrationspreis überreicht bekommen hat (so letzten Montag).

Die komplette Verantwortung für alles, was in den folgenden Stunden und Tagen geschehen wird - werden die tragen müssen, die diese Situation verursacht haben:

Herr OB Schuster, Die CDU, FDP und die freien Wähler und nicht zuletzt Frau Kunath-Scheffold - Ihr letzter Satz vor der Gemeinderatssitzung zu OB Schuster war sinngemäß zitiert: Wolfgang - Jetzt mach schnell!

Wir werden die einzige Sache machen die uns noch übrig bleibt:

WIR WERDEN KÄMPFEN FÜR UNSER RECHT AUF EIN SELBSTBESTIMMTES UNKOMMERZIELLES JUGENDZENTRUM!

Wir möchten Sie darauf vorbereiten, dass alle Zeitungsnachrichten ab heute sehr differenziert zu lesen sind - und wir gerne dazu bereit stehen Sie über alles näher zu informieren. Kommen Sie uns besuchen! Wir werden immer bereit sein Ihre Fragen zu beantworten und wir werden IHRE Solidarität in diesen Zeiten nötiger den je brauchen!

Wir Jugendliche fordern:

KEINE RÄUMUNG DES OBW9 OHNE ERSATZOBJEKT MIT MIETVERTRAG!

www.obw9.de